Präsentation des Nationalen Krebsrahmenprogramms 2026-2035
Präsentation des Nationalen Krebsrahmenprogramms 2026–2035 – Die Rolle der Ernährung und Bewegung im Kontinuum der Krebsversorgung
Statistik Austria bestätigte, dass die Zahl der Krebsdiagnosen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Eine aktuelle Auswertung zeichnet rund 409.000 Betroffene. Ursächlich für die hohe Anzahl ist die demografische Entwicklung, die steigende Lebenserwartung und der medizinische Fortschritt.
Am 30. Jänner 2026 wurde auf Einladung der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Frau Corinna Schumann, im Rahmen einer Pressekonferenz das überarbeitete Nationale Krebsrahmenprogramm 2026–2035 vorgestellt. Dieses strategische Programm dient der Ausrichtung der österreichischen Krebsprävention, Früherkennung, Versorgung und Nachsorge in den kommenden Jahren. Die Präsentation erfolgte durch Vertreter:innen des Bundesministeriums sowie der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG).
Felix Keil, Vorstand der 3. Med. Abteilung Hämato-Onkologie und Intensivmedizin im Hanusch KH war gemeinsam mit Karin Eglau (Gesundheit Österreich GmbH) und Anita Kienesberger (Allianz onkologischer Patient:innenorganisation) als Kliniker und Mitarbeiter des Krebsrahmenprogrammes zu dieser Pressekonferenz geladen.
In seinem Beitrag hebt er drei zentrale Netzwerke hervor die notwendig sind, um ein Kontinuum in der Patient:innenversorgung von der Diagnose bis zur Reha, sicher zu stellen:
Ein Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Versorgungsstrukturen. Dazu zählt die Notwendigkeit einer spitalsübergreifenden, standardisierten und harmonisierten Datenerhebung um Qualität, Vergleichbarkeit und Steuerbarkeit der Versorgung zu optimieren. Die Abstimmung von Standards und Dokumentationen zwischen Krankenanstalten und unterschiedlichen Trägern wird als wesentliche Voraussetzung für eine zukunftsfähige Krebsversorgung genannt. Am Beispiel des Tumorzentrums Oberösterreich ist diese strukturierte Vorgehensweise bereits erfolgreich umgesetzt.
Darüber hinaus kommt der koordinierten Schnittstellenversorgung zwischen intra- und extramuralen Bereich eine wesentliche Bedeutung zu. Gerade für hämato-onkologische Patient:innen ist eine enge Zusammenarbeit zwischen stationärer Versorgung, niedergelassenem Bereich und Sozialversicherungsträgern entscheidend, um Versorgungslücken zu vermeiden und Kontinuität sicherzustellen. Hier wurde im hämato-onkologischen Verbund der OeGK ein funktionierendes Versorgungsnetz etabliert.
Als dritte Säule spielt die interprofessionelle Zusammenarbeit eine zentrale Rolle. Nur durch das strukturierte Zusammenwirken verschiedener Berufsgruppen – darunter Diätolog:innen, Physiotherapeut:innen, Sozialarbeiter:innen, der Pflege, Ärzt:innen und weiteren medizinischen Fachgruppen – könne eine ganzheitliche patient:innenzentrierte Versorgung entlang des gesamten Behandlungspfades gewährleistet werden. Das nationale Krebsrahmenprogramm schafft hierfür einen wichtigen strategischen Rahmen.
Es ist ein zentrales Anliegen, Patient:innen während und nach der Behandlung bestmöglich zu unterstützen, um ihre funktionelle Stabilität sowie Wiederbefähigung gezielt zu fördern. Hierzu zählen Ernährung und Bewegung als essentielle Komponenten einer begleitenden Therapie. Diese evidenzbasierten Maßnahmen sind nicht nur von präventiver Relevanz, sondern stellen einen integralen Bestandteil moderner onkologischer Versorgung dar, da sie therapieassoziierte Toxizitäten reduzieren und die Lebensqualität der Patient:innen unterstützen können.
Die im Rahmen des Programms vorgesehenen Kooperationen zwischen Gesundheits- und Präventionsinstitutionen, Fachgesellschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen verdeutlichen die Notwendigkeit eines integrierten Ansatzes, in dem Ernährung und Bewegung als evidenzbasierte, wirksame und gut verträgliche Maßnahmen feste Bestandteile der Krebsprävention und -versorgung sind.