Herbsttagung

Rückschau 2025

Rückblick auf die AKE-Herbsttagung 2025

Die AKE-Herbsttagung 2025 fand von 13. bis 15. November 2025 im Tech Gate Vienna (Donau-City-Straße 1, 1220 Wien) statt. Unter dem Motto „Zucker und Fett – Zu viel des Guten macht krank“ widmete sich die Tagung drängenden Fragen der modernen klinischen Ernährung – mit klarem Fokus auf Ernährungsrisiken durch Über- bzw. Fehlversorgung und deren Bedeutung für Krankheitsentstehung und Therapie.

Wie bei der AKE üblich, war das Ziel der Tagung ein interprofessioneller Austausch: Ärzt:innen, Diätolog:innen, Pflege, Pharmazie sowie Ernährungswissenschaftler:innen kamen zusammen, um sich multidisziplinär auszutauschen.

Wichtige Programmpunkte & Inhalte

Infusionskurs & Onkologie-Workshop (Donnerstag)

Die Tagung begann mit dem XXI. Infusionskurs und einem begleitenden Workshop zur klinischen Ernährung in der Onkologie sowie einem Onko-Netz-Treffen. Damit wurde der Schwerpunkt auf grundlegende und praxisrelevante Aspekte der künstlichen Ernährung gelegt — von Elektrolyten über Volumentherapie bis hin zur parenteralen Ernährung bei speziellen Patient:innengruppen.
Ziel dieser Einstiegsveranstaltungen war es, solide Fundamente zu schaffen — und gleichzeitig den interdisziplinären Austausch von Beginn an zu fördern, insbesondere mit Blick auf onkologische Patient:innen, deren Ernährungsversorgung oft komplex und multidimensional ist.

Hauptblöcke: Ernährung über Versorgungskontinua & Mikronährstoff-Risiken (Freitag & Samstag)

Ein Kernpunkt war das Thema „Ernährung ohne Grenzen – Vom Löffel zur Infusion“: Hier wurde das Kontinuum der Ernährung beleuchtet — von oraler über enterale bis zu parenteraler Ernährung — und die Frage diskutiert, wie Kontinuität und Qualität der Ernährung über alle Phasen der Patient:innenversorgung gewährleistet werden können.

Ein weiterer Block widmete sich kritisch dem Zusammenspiel von Zucker und Stoffwechselrisiken: Unter „Zucker im Fokus – Was macht uns krank?“ sowie „Fett, Zucker und ihre Folgen – Krankheitsentstehung entschlüsseln“ wurden pathophysiologische, präventive und therapeutische Perspektiven beleuchtet.

Nicht zuletzt war das Thema Mikrobiom zentral: Unter dem Titel „Mikrobiom als Brückenbauer? – Vom Darmkeim zur Seele“ wurde diskutiert, wie Darmgesundheit, Mikrobiom-Forschung und Ernährungstherapie zusammenhängen — ein moderner Zugang, der sowohl wissenschaftliche als auch klinische Relevanz besitzt.

 

Fallpräsentationen: Nachwuchs & interdisziplinärer Austausch (Samstag)

Ein besonderes Highlight waren die Fallpräsentationen der Nachwuchsgesellschaften: Junge AKE, Junge DGEM und Junge GESKES stellten klinische Realfälle und „Hot Topics“ vor — mit dem Ziel, neue Perspektiven einzubringen, innovative Ansätze aufzuzeigen und die Bedeutung von Nachwuchs-Engagement zu unterstreichen.

Dieser Programmpunkt zeigte den generationenübergreifenden Charakter der Tagung und bot Raum für kritische Reflexion, moderne Herausforderungen und frische Impulse für die klinische Ernährungspraxis.

Interprofessionelle Atmosphäre & Teilnehmende

Die AKE-Tagung lebt vom Zusammenspiel verschiedener Berufsgruppen – das Publikum war engagiert, teilnahmsstark und interaktiv – in Diskussionen, nach Vorträgen und in den wohlverdienten Pausen. Die lebendige Beteiligung zeigte, dass die Teilnehmer:innen die Inhalte nicht nur konsumierten, sondern mitdachten, reflektierten und auf ihre Praxis übertrugen.

Insbesondere die Einbindung der Nachwuchsgruppen zeigte: Die AKE macht ihrem Anspruch gerecht, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern junge Kolleg:innen aktiv zu fördern und in den Fachdialog einzubinden.

Bedeutung und Erfolg der Tagung

Die AKE-Herbsttagung 2025 war in mehrfacher Hinsicht ein Erfolg:

  • Inhaltlich wurden zentrale und aktuelle Fragestellungen der klinischen Ernährung — Zucker, Fett, Mikrobiom, Versorgungskontinuität — fundiert und praxisorientiert behandelt.
  • Durch die Kombination von Grundlagenkursen (Infusionskurs), spezialisierten Workshops (Onkologie), interdisziplinären Vorträgen und Nachwuchsfällen wurde ein breites Spektrum an Themen abgedeckt und gleichzeitig Tiefe gewährleistet.
  • Der interprofessionelle Austausch und die aktive Beteiligung verschiedener Berufsgruppen stärken die Vernetzung und fördern gemeinsame Lösungsansätze für komplexe ernährungsmedizinische Fragestellungen.
  • Die Beteiligung der Nachwuchsgruppen zeigt, dass die AKE nicht nur aktuelle Themen aufgreift, sondern bewusst in die Zukunft investiert — mit frischen Ideen, kritischem Blick und Innovation.
  • Organisatorisch war der Wechsel nach Wien (Tech Gate) gelungen: Die Infrastruktur, Erreichbarkeit und der Rahmen boten ideale Voraussetzungen für eine moderne Tagung.

In Summe hat die Tagung gezeigt, dass Ernährungstherapie — in all ihren Facetten — unverzichtbar ist: medizinisch, pflegerisch und wissenschaftlich. Die Kombination aus Evidenz, Praxisnähe und interprofessionellem Austausch macht die Veranstaltung zu einem wertvollen Pfeiler für die Weiterentwicklung der klinischen Ernährung.

Schlussbetrachtung

Die Herbsttagung 2025 der AKE war mehr als nur ein Kongress: Sie war ein lebendiges Forum, das Theorie und Praxis, Generationen und Berufsgruppen zusammengeführt hat. Mit einem zeitgemäßen Thema, hoher fachlicher Qualität und starker Einbindung junger Kolleg:innen sendet die AKE ein klares Signal: Klinische Ernährung ist aktuell, relevant und zukunftsweisend.